Der Gottesdienst am Buß- und Bettag, 18. November 2025, in der neuapostolischen Kirche Berkheim hatte einen besonderen Rahmen: Die Gottesdienstbesucher brachten alle eine Kerze mit; auf die elektrische Beleuchtung wurde verzichtet.
Das Kerzenlicht schaffte eine ruhige und feierliche Atmosphäre, die zur Besinnung einlud – genau der richtige Rahmen für den Buß- und Bettag.
Denn „Buße“ meint im biblischen Kontext nicht Reue oder das Erbitten von Vergebung. Der Begriff bezeichnet nicht Strafe oder Selbstanklage, sondern Umkehr. Buße bedeutet, sich zu besinnen, das eigene Handeln zu überdenken, die Folgen von Taten zu erkennen und den Vorsatz zu fassen, es besser zu machen.
Dem Gottesdienst zum Buß- und Bettag lag das Bibelwort aus Lukas 19,10 zu Grunde: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“
Im Mittelpunkt der Predigt des Vorstehers der Gemeinde, Reiner Ruopp, stand der Zöllner Zachäus und seine Begegnung mit Jesu. Er führte aus, dass Zachäus korrupt war und sich unrechtmäßig bereichert hatte. Als Zachäus Jesus bei dessen Einzug nach Jericho habe sehen wollen, konnte er es nicht, weil er klein war und ihn die Menge nicht in die erste Reihe vorließ. Deshalb sei er auf einen Maulbeerfeigenbaum gestiegen. Jesus habe ihn so gesehen, ihn mit Namen angerufen und sich selbst in sein Haus eingeladen. Die Tatsache, dass Jesus ihn, den Kleinen, sah, ihn kannte und zu ihm, dem Sünder kam, habe Zachäus aufgerüttelt. Er habe Buße getan und sein Leben verändert. In gleicher Weise trete Jesu heute auch in unser Leben. Er ermutige uns, Buße zu tun. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger; er offenbare uns seine Liebe. Der Vorsteher gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese Liebe Jesu auch in uns den Wunsch erweckt, ihm nahe zu sein. Dieser Wunsch sollte uns antreiben, dem Bösen zu entsagen und Jesus Christus nachzufolgen. Die Buße geschehe also nicht aus Angst vor Strafe, sondern habe ihren Grund in unserer Liebe zu Jesu.