Unter dem Motto „Musik ohne Grenzen“ stand das Konzert des Regionalorchesters der Bezirke Esslingen und Göppingen/Kirchheim unter der Leitung von Tim Preukschat und Alexander Schmid am Sonntag, 12. März 2017, in der Kirche Esslingen-Mitte.
Das Motto sollte die Eigenschaft der Musik verdeutlichen, von Menschen geschaffene Grenzen leicht überwinden und direkten Zugang zu den Herzen von Zuhörern gleich welcher Abstammung finden zu können. Diesen Aspekt der Musik griffen die Moderatorinnen Diana Baisch und Judith Frohnmaier gleich zu Beginn des Konzerts auf, indem sie die Worte des US-amerikanischen Dichters Henry Wadsworth Longfellow, „Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit“, zitierten. Um den Worten auch Taten folgen zu lassen, war zu dem Konzert auch in den Flüchtlingsunterkünften von Esslingen und Umgebung eingeladen worden.
Das Motto galt auch für das Konzertprogramm mit Stücken, die sowohl geografisch als auch in Bezug auf ihre Entstehungszeit eine breite Spanne abbildeten. So musizierte das Orchester zu Beginn mitreißend ein Arrangement des ersten Satzes des „Capriccio Espagnol“ von Nikolai Rimsky-Korsakow, ein freudiger Tanz im Stil der Volksmusik der nordspanischen Region Asturien. Im ruhigen Mittelteil des Konzerts kam das von den Streichern vorgetragene „Andante festivo“ von Jean Sibelius zur Aufführung, das gleichzeitig Ruhe und Kraft ausstrahlte und somit an die finnische Seenlandschaft denken ließ. Das modernste Stück stellte die „Pop Fanfare“ dar, komponiert für Bläser von dem Esslinger Komponisten Michael Schütz, welche mit Leidenschaft vorgetragen wurde. Auf der anderen Seite erklang zum Abschluss der allseits bekannte barocke Kanon in D von Johann Pachelbel. Dieser wurde jedoch in einer arrangierten Version vorgetragen, sodass die Zuhörer eine spannende Verwebung der bekannten Kanon-Motive mit den vertonten irischen Segenswünschen zu hören bekamen.
Dass die Musiker nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern auch ihre Stimmen, bewiesen Sie sie mit vier Chorstücken. So erklang das schwebende, Ruhe und Frieden ausstrahlende „Ave Verum“ des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins, das der Orchesterchor spannungsvoll und mit ausdrucksstarker Dynamik musizierte. Das anspruchsvolle Stück „Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen“ schlug inhaltlich eine Brücke zum Motto „Musik ohne Grenzen“ und eine Neuvertonung des neuapostolischen Kirchenlieds „Licht nach dem Dunkel“, komponiert von Julia Maier, wurde unter Chorbegleitung sehr gefühlvoll von Diana Baisch als Solosopranistin gesungen. Ebenso in die Kategorie Kirchenlieder fielen die vom Orchester vorgetragenen Arrangements der Stücke „Auf den Berg der Seligkeiten“ und „Auf ewig bei dem Herrn“, zwei Stücke, die die Heimat im Himmel zum Thema haben.
Begeisternd war nicht zuletzt das Stück „Everlasting God“ von Brenton Brown und Ken Riley, das in einem nicht alltäglichen Zusammenspiel von Orgel (Alicia Hoss) und Klavier (Andreas Gaiser) vorgetragen wurde.
Die Zuhörer belohnten die Akteure mit einem langen Schlussapplaus und verließen die Kirche erst nach einer Zugabe.