Neuapostolische Christinnen und Christen glauben daran, dass auch den Verstorbenen durch das Opfer Jesu geholfen werden kann. Jedes Jahr stehen drei Gottesdienste zum Gedächtnis der Entschlafenen im neuapostolischen Kalender. Am 07. Juli 2024 fand ein solcher Gottesdienst statt, zu dem der Apostel die Gemeinde Esslingen-Mitte besuchte. Eingeladen waren die Gemeinden Denkendorf, Neuhausen, Plochingen, Sulzgries und Wäldenbronn.
Der Apostel predigte über Psalm 107, 19 – 20: „…die dann zum Herrn riefen in ihrer Not und er half ihnen aus ihren Ängsten, er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben“.
„Gottesdienste, in denen wir der Entschlafenen gedenken, sind Stolpersteine im Lauf des Kirchenjahres. Lasst uns auch heute ein Stück weit stolpern“ sagte der Apostel zu Beginn der Predigt.
Er erinnerte an die Stolpersteinverlegung in Esslingen im November 2022, bei der mit dem Stolperstein für Fanny Perlen auch einem Gemeindemitglied der Gemeinde Esslingen-Mitte gedacht wurde.
„Die Stolpersteine erinnern an die Gewalttaten in der NS-Zeit und damit an das Unrecht und an die Ungerechtigkeit. Es gab auch Glaubensgeschwister, die allein wegen ihrer jüdischen Herkunft ihr Leben lassen mussten. Diese Menschen sollen nicht namenlos bleiben. Die Steine des Erinnerns geben ihnen vielleicht ein Stück ihrer Würde und Persönlichkeit zurück.“ so Jürgen Loy weiter.
Der Apostel führte weiter aus, dass bei Gott niemand vergessen sei, weder die Lebenden noch die Verstorbenen und empfahl den Teilnehmenden für viele der Vergessenen, ein Licht zu sein. Dann sei das ein „Stolperstein des Lichts und des Trostes; auch in die Untröstlichkeit hinein“.
Das Bibelwort sei ein Hoffnungswort und bedeute, dass wer sich an Christus wende, Heilung erfahren werde. Beim „gesund werden“ gehe es dabei um die innere Heilung.
Weitere Predigtbeiträge kamen von Bezirksvorsteher Thomas Harsch und Priester Markus Volz.
Der Gottesdienst wurde mitgestaltet von einem Chor, einem Orchester und einem jugendlichen Quartett.