Dass ein Dienstleiter wenige Minuten vor Gottesdienstbeginn erst erfährt, dass der Gottesdienst in den ganzen Kirchenbezirk übertragen wird, kommt selten vor. Zum letzten Gottesdienst von Bezirksvorsteher Thomas Harsch war es jedoch eine gelungene Überraschung.
47 Dienstjahre als ehrenamtlicher Geistlicher liegen hinter ihm, als Bezirksältester Thomas Harsch am Mittwoch, 8. Januar 2025, seinen letzten Gottesdienst hält. Seit Dezember 2015 war er der Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Stuttgart-Degerloch, seit Januar 2018 vom fusionierten Kirchenbezirk Esslingen/Stuttgart-Degerloch.
Zum letzten Gottesdienst sind alle Gemeindevorsteher des Kirchenbezirks in die Kirche in Stuttgart-Vaihingen gekommen, zudem sein bisheriger Stellvertreter und Nachfolger, Bezirksevangelist Jörg-Uwe Müller. Was der Bezirksälteste bis kurz vor Gottesdienstbeginn nicht weiß: An seinem letzten Gottesdienst nimmt nicht nur die Gemeinde Vaihingen/Möhringen teil, sondern alle Gemeinden im Kirchenbezirk. Diese Überraschung erfährt er erst in der Sakristei.
Und so wird der gesamte Kirchenbezirk Zeuge des letzten Gottesdienstes, in dem der Bezirksälteste zu Epiphanias über Johannes 1,9 predigt: „Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.“ Zu Wort kommen mit Predigtzugaben auch sein Nachfolger und der künftige stellvertretende Bezirksvorsteher, Priester Holger Traub.
Nach dem Gottesdienst lässt es sich Bezirksältester Thomas Harsch nicht nehmen, einige Worte des Dankes an die Gottesdienstbesucher zu richten – und eine Bitte um Entschuldigung für all die Fehler, die in einer so langen Zeit der Amtstätigkeit nicht ausgeblieben sein können.
Und er verrät das Geheimnis, wie er mit gerade einmal 62 Lebensjahren auf 47 Dienstjahre kommen kann: Er wurde bereits im Alter von 16 (!) Jahren Diakon.