Am Donnerstag, 09. März 2017, besuchten Vertreter der katholischen Erwachsenenbildung, Seelsorgeeinheit Neckar-Fils, und der evangelischen Kirchengemeinde Plochingen die neuapostolische Kirchengemeinde.
Über diesen Besuch verfasste ein Besucher den folgenden Bericht, der im offiziellen Mitteilungsblatt der Stadt Plochingen veröffentlicht wurde.
Gemeinsames und Trennendes - Neuapostolische Kirche im Dialog mit der evangelischen und katholischen Kirche
Seit vielen Jahrzehnten gibt es in Plochingen eine Neuapostolische Kirche (NAK), zuerst an der Esslinger Straße, seit den 90er-Jahren an der Schorndorfer Straße am Kirchberg. Während in den letzten Jahren die katholische, die evangelische und die ev.-methodistische Kirchengemeinden immer weiter zusammengerückt sind und sich in regelmäßigen treffen der "Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen" (ACK) austauschen, verbinden die meisten Plochinger den Namen "Neuapostolische Kirche" nur mit dem Gebäude, an dem man auf dem Weg in die Stadt vorbeifährt.
Davon, was die NAK ausmacht, wer sich dort trifft und was dort geschieht, war bisher nur wenig bekannt. Nach ersten Kontakten fand im Dezember vergangenen Jahres ein sehr gut besuchtes und vielbeachtetes Konzert der NAK-Jugendchöre in der evangelischen Stadtkirche statt. Eine weitere Möglichkeit, die NAK näher kennenzulernen, bot sich der Öffentlichkeit bei einer gemeinsamen Veranstaltung der NAK und der Ökumenischen Erwachsenenbildung Plochingen, die am Donnerstag, 9. März 2017, in den Räumen der Neuapostolischen Kirche stattfand. Etwa dreißig Besucher folgten der Einladung.
Reiner Ruopp und Reiner Strecker aus dem Leitungskreis der Plochinger NAK und Bezirksevangelist Martin Stotijn veranschaulichten anhand einer Präsentation die Historie, die kirchliche Struktur und die Glaubensinhalte der NAK und stellten das Gemeindeleben in Plochingen, wie auch im Bezirk Esslingen vor.
Deutlich war die Freude der Vertreter der neuapostolischen Kirchengemeinde, dass nach vielen Jahren der - früher selbst gewählten - Isolation, nun eine Öffnung gegenüber den Kirchen der ACK möglich ist und Aufeinanderzugehen stattfinden kann. Reiner Ruopp erzählte von persönlichen Kontakten zu Pfarrer Joachim Hahn, die schon seit vielen Jahren bestehen. Durch die Präsentation und die anschießende Fragerunde wurde deutlich, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt zwischen der NAK und den anderen christlichen Konfessionen.
Ein markanter Unterschied ist die Organisationsform: Bei der NAK gibt es außer wenigen Mandatsträgern wie dem Stammapostel oder den Bischöfen kaum Hauptamtliche, die ein Gehalt beziehen. Die allermeiste Arbeit wird durch ehrenamtliches Engagement erbracht. Auffällig ist, dass es auf den Ebenen der Entscheidungsträger wie auch derer, welche für die Verkündigung verantwortlich sein, nur Männer gibt. Frauen betätigen sich in Unterricht und Kinderbetreuung wie auch in der Kirchenmusik, die einen sehr großen Stellenwert hat.
Ruopp war sich allerdings mit Pfarrer Bernhard Ascher einig, dass in der Frage "Frauen und Kirche" sowohl bei der NAK als auch in der katholischen Kirche noch Entwicklungen zu erwarten sind - also hier doch auch eine Gemeinsamkeit.
Nachdem noch viele weitere Fragen geklärt werden konnten, wurden die Besucher zu einem kleinen Imbiss und zur Besichtigung der freundlichen und hellen Räumlichkeiten eingeladen.