Für uns wurde das Jahr 2021 eigentlich schon ganz leise im Dezember 2020 mit einer Veränderung eingeläutet: Unser beliebter Vorsteher Thomas Oßwald, der über acht Jahre lang die Geschicke der Gemeinde leitete, musste aus gesundheitlichen Gründen von dieser anspruchsvollen Aufgabe entlastet werden. In einem feierlichen Gottesdienst, den Bischof Bornhäusser in Steinenbronn durchführte, dankte er dem Evangelisten Oßwald sehr herzlich für seine wertvolle Tätigkeit.
Eine vorübergehende Interimslösung endete bereits ein halbes Jahr später: Apostel Jürgen Loy beauftragte den Priester Martin Schindewolf aus der Gemeinde Stuttgart-Vaihingen am 23. Juni, der Gemeinde künftig freudig und engagiert zu dienen. Dies versprach dieser sehr gerne; und wir lernten ihn in kürzester Zeit als motivierten und anpackenden Mann Gottes kennen. Wir danken ihm für sein aufrichtiges Ja zu dieser zeitlichen, geistigen und körperlichen Beanspruchung.
Letztere bewies er gleich einen Monat später, als wir gemeinsam dem Kirchengarten mal wieder einen netten Sommerschnitt verpassten. Diese Baum- und Heckenschnippelaktion begleitete er nicht nur mit verbaler Zustimmung und Gebeten, sondern mit geeignetem Schuhwerk, Heckenschere und Mistgabel. Schnell eroberte sich unser erster Vorsteher mit Doktortitel die Herzen der Gemeindemitglieder aus Steinenbronn, Waldenbuch und Schönaich.
Solche Veränderungen werden aber auch von unseren benachbarten Glaubensgeschwistern aus Dettenhausen und Weil mit viel Interesse verfolgt. Verbindet uns doch seit geraumer Zeit ein verstärkter Gemeinschaftswille zur Zusammenarbeit. Häufig finden schon Wochengottesdienste gemeinsam statt; und wenn man derzeit singen dürfte, hätten die Chormitglieder schon enorm viele Singstunden auf Schönbuchebene erlebt.
Die derzeitige Pandemie erlaubt dies nicht; aber weil wir’s nicht lassen konnten, haben wir wenigstens im Sommer auf Familie Schlayers Gartengrundstück mal wieder einige Lieder erklingen lassen sowie mit kleinen und großen Häppchen und gekühlten Getränken das lange nicht mehr mögliche Zusammensein genossen.
Da auch unsere Kirche mit normalerweise etwa 120 Sitzplätzen unter den Abstandsregeln nur begrenzte Platzmöglichkeiten bietet, die eine maximale Besetzung von ca. 60 Personen zulässt, mussten schnelle Ideen her. Es ging darum, niemanden seelisch „verhungern“ zu lassen, der eventuell Sorge um seine Gesundheit hat aber dennoch am Gottesdienstgeschehen teilnehmen möchte.
Eine Lösung für dieses Problem wurde durch pfiffige Techniker in einer ohne solche Notsituationen nicht möglichen Geschwindigkeit geschaffen, dass man nur staunen kann. Telefonische Einwahl sowie Stream-Möglichkeiten über das Internet ermöglichte jedem kranken, älteren oder immungeschwächten Gemeindemitglied, durch Bild und Ton die Gottesdienste mitfeiern zu können. Sogar die Sonntagsschule für die Kinder konnte während der ganz strengen Kontaktbeschränkungen in die heimischen Stuben gezoomt werden. Gewisse Startschwierigkeiten waren durch diese notgedrungen schnelle technische Aufrüstung unvermeidlich. Entweder man hatte mal schlechtes Bild mit sattem Ton oder auch mal nur entfernte Tonsignale wie aus dem Weltall.
Trotzdem sind wir allen technisch Versierten, die sich dieser Aufgabe widmeten, sehr dankbar. Ein weiterer Dank gilt all denen, die sich in einem kurzen Aufruf zur finanziellen Unterstützung dieser Übertragungstechnik derart spendabel zeigten, dass wir uns das dazugehörige Equipment locker leisten konnten und sogar noch etwas für einen hoffentlich mal wieder stattfindenden Gemeindeausflug übrig blieb.
Was geschah sonst noch? Ein zugezogener junger Glaubensbruder konnte als Diakon in unserer Gemeinde begrüßt werden; ein Jubelpaar durfte den Segen zur Goldenen Hochzeit empfangen, zwei Kinder wurden getauft und ein junges Pärchen hat geheiratet. Eine Konfirmandin und ein Konfirmand durften ihre Konfirmation feiern; aus Platzgründen in unserer großen Kirche in Stuttgart-Vaihingen. Zum Gesamtbild gehören allerdings auch vier Todesfälle aus unseren Reihen.
Das Jahresmotto „Christus unsere Zukunft“ konnte im Jahr 2021 in vielfältigster Weise erfahren werden und möge auch im kommenden Jahr nicht aus den Augen verloren werden