Unser 2022 war für alle aktiven Gottesdienstbesucher ein Jahr der Erleichterung. Die meisten virusbedingten Einschränkungen konnten nach und nach entfallen; man darf zwischenzeitlich ohne einengende oder ausschließende Maßnahmen wieder in die Kirche. Es wird wieder ohne "Maultäschle" gesungen, musiziert und gelacht.
Einige kleine positiven Überbleibsel der Coronamaßnahmen blieben uns dennoch erhalten und wurden von den meisten auch sehr begrüßt mit dem Wunsch, dass dies auch ferner so bleiben möge: Handgeschüttelte Begrüßung nur für solche, die dies wirklich gerne möchten; ein Kopfnicken oder Faustcheck ist ebenfalls völlig in Ordnung. Wer zum Sitznachbarn etwas Wohlfühlabstand wünscht, legt einfach seine Jacke neben sich. Außerdem steht Desinfektionsmittel selbstverständlich zur Verfügung und wird sehr gerne genutzt. Das Abendmahl teilen die Priester nach wie vor mit Mund- Nasenschutz sowie desinfizierten Händen aus; immerhin wird hier etwas Essbares weitergereicht.
Als weitere positive Rückentwicklung dürfen wir einen im April stattgefundenen "Kirchenkaffee" verzeichnen, nach zweijähriger Pause. Diesem folgten im Herbst zwei Frischlufttreffen auf dem Hasenhof mit Spaziergängen, Kutschfahrten, Grillschalenfeuer und wie gewohnt opulenten Buffets und natürlich allerbesten Getränken.
Vier Kinder wurden in diesem Jahr getauft; zwei Kinder erhielten das Sakrament der Heiligen Versiegelung, und ein Mädchen feierte das Fest der Konfirmation. Damit wurde sie in den Kreis der Jugend integriert. Diese versammelte sich denn im Juli auch sehr zahlreich aus dem gesamten Bezirk Süddeutschland zum großen Jugendtag bei der Stuttgarter Messe in Echterdingen.
Außergewöhnliche Feierlichkeiten waren die Hochzeit eines jungen Pärchens sowie die Diamantene Hochzeit unseres ehemaligen Gemeindevorstehers Rudi Mezger und seiner Frau Ursula.
Im April trafen sich alle Interessierten aus den Gemeinden Weil, Dettenhausen und Steinenbronn zu einem Informationsabend mit unserem Apostel und Bischof, aus Platzgründen in unserer Kirche in Bonlanden. Anlass war die Vorstellung des künftigen Kirchenstandorts, wenn in einiger Zeit die genannten Gemeinden zu einer Schönbuchkirche zusammengeführt werden. Von der Möglichkeit, verschiedene Argumente auszutauschen, wurde rege Gebrauch gemacht.
Als im Februar der russisch- ukrainische Krieg ausbrach, kam es Anfang März an einem Mittwoch zu einer sehr schönen Spontanaktion: Eine Glaubensschwester rief kurz nach dem Abendgottesdienst noch zum Dableiben auf. So standen etwa 30 Personen im Vorraum der Kirche im Kreis, und jeder durfte ein kurzes aber inniges Gebet, insbesondere für den Frieden sprechen. Jesus versprach uns ja, unseren Frieden zu lassen und seinen Frieden noch dazuzugeben. Nach diesen sehr intensiven und bewegenden Momenten gingen wir voll Hoffnung auf baldigen Frieden wieder nach Hause.
Eine weitere, für die gesamte Neuapostolische Kirche weltweit betreffende Veranstaltung fand im September per Live- Übertragung in unsere Kirche statt. Unser Stammapostel stellte in einem Vortrag eine weltweit wegweisende Entscheidung vor: nach mehrjährigen eingehenden Untersuchungen biblischer und außerbiblischer Schriften sowie vielen Gebeten und Unterredungen kam die internationale Apostelversammlung zum Schluss, dass der Unterschied zwischen Männern und Frauen gar nicht so groß ist wie gelegentlich in kirchlichen Kreisen dargestellt. Im Gegenteil: Jesus wandte sich oftmals in ganz außergewöhnlich besonderer Weise den Frauen zu. Folglich steht künftig auch der Ordination von Frauen in kirchliche Ämter nichts im Wege.
Als Religions- und Sonntagsschullehrerinnen oder Kleinkindbetreuerinnen sowie Leiterinnen von Chören, Orchestern oder anderen leitenden Funktionen längst im etablierten Einsatz, ist diese Entscheidung ebenso historisch wie folgerichtig.
Nun noch eine Episode vom Weihnachtsgottesdienst, der am Schluss dann doch noch nicht ganz zu Ende war. Ganz von hinten kam mit etwas schlurgendem und schleifendem Geräusch ein warm gekleideter bärtiger Mann und zog einen Schlitten hinter sich her. Sein warmes "ho- ho- hooo!" klang irgendwie dumpf und doch angenehm vertraut. Er hatte Stiefel an, eine Jeanshose, einen Wollpulli und darüber einen leicht nach Pferdemist duftenden langen Mantel sowie eine rote Wollmütze. Er erinnerte an ein Zwischending zwischen Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht; aber doch deutlich sympathischer. Und dann auch noch der Strohsack auf dem Schlitten! Aus jenem verteilte er bestgelaunt seine reichen Gaben an die staunenden Kinder.
Auch in diesem Jahr verteilte Gott, der Geber aller guten Gaben, seinen Reichtum an seine (großen und kleinen) Kinder. Er wurde nicht müde, uns sein Wort durch die Predigt, seine Kraft durch das Heilige Abendmahl sowie die Hoffnung auf die baldige Wiederkunft seines Sohnes zu vermitteln.
Wir danken allen herzlichst, die zum Gelingen der etwa 100 stattgefundenen Gottesdienste beigetragen haben. Es verging kein Gottesdienst ohne Musik, Predigt, Blumenschmuck, angenehme Atmosphäre, gereinigten Räumlichkeiten sowie dem Gefühl, dass der Garten gepflegt wirkte. Allen im Vordergrund und noch vielmehr im Hintergrund Wirkenden: ein zweitausendzweiundzwanzigfaches: Danke!