Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes mit Apostel Jürgen Loy wurde am 9. August 2026 das Kirchengebäude in Stuttgart-Vaihingen entwidmet.
Grundlage der Predigt war Hebräer 13,8: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ Der Apostel lud die Festgemeinde ein, in Dankbarkeit auf die vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken und zugleich voller Zuversicht nach vorne zu schauen. „Jesus Christus ist der, der da war, der da ist und der da kommt“, betonte der Apostel gleich zu Beginn des Gottesdienstes.
Lebendige Geschichte und tiefe Spuren
In einem detaillierten Blick in die Chronik zeichnete der Apostel die Geschichte der Gemeinde von ihren Anfängen nach. Sie begann im Jahr 1915, als der Vaihinger Karl Rebmann einen Gottesdienst besuchte und den Anstoß für die Gemeindegründung gab. Nach den ersten Versammlungen in privaten Wohnzimmern entstand 1933 in der Sternecker Straße das erste Kirchengebäude, das nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1949 wiederaufgebaut wurde. Ihren zahlenmäßigen Höhepunkt erlebte die Gemeinde Stuttgart-Vaihingen im Jahr 1959 mit mehr als 800 Mitgliedern. Über die Jahrzehnte bot die Kirche nicht nur der Ortsgemeinde, sondern auch der italienischen Gemeinde sowie vielen weiteren Gruppen eine geschätzte geistliche Heimat.
Versöhnung und Heilung im Rückblick
Neben den vielen gesegneten Momenten sparte der Apostel auch die schmerzhaften Kapitel der Vergangenheit nicht aus. Er erinnerte an frühere Zeiten mit strengen Traditionen, die manche Herzen verletzt und Familien belastet hatten. Apostel Loy betonte, dass der Abschied von einem vertrauten Gotteshaus auch Raum für innere Heilung und Frieden bieten könne.
Lebendige Steine für die Gemeinde der Zukunft
Im weiteren Verlauf der Predigt richtete sich der Fokus auf den Neuanfang und den gemeinsamen Weg. Mauern und Steine seien vergänglich, doch der Glaube an Christus bleibe unerschütterlich. Als zusammengewachsene Gemeinde Stuttgart-Filder versammeln sich die Glaubensgeschwister fortan in der Kirche Stuttgart-Möhringen.
„Wir bauen uns miteinander zu einem geistlichen Haus. Das ist die Gemeinde der Zukunft“, sagte der Apostel und ermutigte jeden Einzelnen, sich mit allen persönlichen Gaben und Erfahrungen einzubringen. Auch der langjährige stellvertretende Vorsteher der Gemeinde Stuttgart-Vaihingen, Evangelist Gerald Mägle, bereicherte den Rückblick mit persönlichen Erinnerungen und rief dazu auf, den Blick fest auf Jesus Christus zu richten.
Ein letztes Abendmahl in vertrauter Stätte
Einen besonders berührenden Höhepunkt bildete die letztmalige Feier des Heiligen Abendmahls in der Vaihinger Kirche. Mit Bezug auf Psalm 23 veranschaulichte der Apostel, wie der Herr selbst inmitten schwieriger Lebensphasen den Tisch bereitet und Frieden schenkt. „Hier schließen wir heute ein Kapitel. Jesus Christus schreibt die Geschichte mit dir und mit mir weiter bis in alle Ewigkeit“, so der Apostel.
Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls wurde eine Diakonin für die Gemeinde ordiniert.
Nach der Profanierung am Ende des Gottesdienstes setzten die Amtsträgerinnen und Amtsträger der Gemeinde ein sichtbares Zeichen: Andächtig trugen sie die Abendmahlskelche und die Altarbibel aus dem Kirchenschiff hinaus.
Künftig trifft sich die Gemeinde Stuttgart-Filder in der Möhringer Udamstraße zum Gottesdienst.